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«Kussnester»

Werner Lutz, einer meiner Lieblingsdichter, wurde 1930 in Wolfhalden, Appenzell A.Rh., geboren. Er lebt und arbeitet heute als 82jähriger Schriftsteller und Maler in Basel.

Die Hand ist seit jeher das zentrale poetische Wahrnehmungsinstrument, das Werner Lutz zur Erkundung der Welt einsetzt. In seinem jüngstem Band „Kussnester“ (Waldgut Verlag) spricht er vom „Glücksgefühl der Hand“, das nicht nur erlaubt, „Linien zu ziehen durch den Morgen“, sondern ans Herz der Dinge rührt.

Es ist mittlerweile schon über ein halbes Jahrhundert her, seit Werner Lutz von den berühmten Dichterkollegen Hans Bender und Rainer Brambach entdeckt wurde. Man mokierte sich damals über den „störrischen Kerl“, weil er sich zunächst gegen die Veröffentlichung seiner Gedichte wehrte. Schluessendlich fand Werner Lutz als 25-jähriger dann doch mit seinen Gedichten Aufnahme in die «Junge Lyrik» -Anthologie des Hanser Verlags, wo auch Hans Magnus Enzensberger und Günter Grass vertreten waren. Später veröffentlichten der Suhrkamp Verlag und der Ammann Verlag Gedichte von Lutz. Eine Werkausgabe ist im Frauenfelder Waldgut Verlag erschienen.

Obwohl seine Prosatexte und Gedichte seit Jahrzehnten in renommierten Verlagen erscheinen, ist Werner Lutz für viele ein Geheimtipp geblieben bis heute.

„Fast klösterlich“, nennt er sein Schreib- und Malerleben in seiner kleinen Basler Dachwohnung, „nur die Kutte fehlt.“ Was indes nicht fehlt, ist die kontemplative Innigkeit, mit der sich dieser Meister der Stille den Naturstoffen widmet – und sich schliesslich in die Lüfte erhebt: „Es fliegt sich leichter / mit leeren Händen“. (Michael Braun, Basler Zeitung)

Die hier wiedergegebenen Gedicht stammen alle aus dem Gedichtband «Kussnester». Mal meditativ-ruhig, dann wieder kraftvoll-zupackend, sprechen uns die Texte an, nehmen sie die Sprache beim Wort.